Falsches Betanken: Kfz-Versicherung und was Sie jetzt tun müssen

Diesel statt Benzin oder umgekehrt — falsches Betanken ist teuer und in Standard-Kaskoversicherungen nicht abgedeckt. Was tun, wenn es passiert ist, und wie Sie sich absichern können.

Falsches Betanken: Standard-Kasko zahlt nicht

Die Standard-Vollkaskoversicherung schließt Schäden durch falsches Betanken aus. Das gilt als Bedienfehler und nicht als Unfall im versicherungsrechtlichen Sinne. Der Schaden — Spülen des Tanks, Reinigung des Kraftstoffsystems, ggf. Motorschaden — geht auf eigene Kosten.

Kosten bei Falschtankung

Das Abpumpen des falschen Kraftstoffs und Reinigen des Tanks kostet 150–500 Euro. Wurde der Motor bereits gestartet und mit falschem Kraftstoff betrieben, können Schäden an Einspritzpumpe und Motor entstehen — die Reparaturkosten steigen dann auf 1.000–5.000 Euro.

Was sofort zu tun ist

Spezialklauseln und Zusatzschutz

Manche Versicherer bieten Zusatzklauseln, die Falschtankschäden einschließen. Diese 'Bedienfehler-Klausel' oder 'Falschetankschutz' ist nicht Standard, aber bei einigen Premium-Tarifen erhältlich. Fragen Sie beim Abschluss explizit danach.

Hersteller-Garantie prüfen

Bei Neuwagen: Prüfen Sie, ob die Hersteller-Garantie Falschtankschäden abdeckt. In der Regel nicht — aber manche Händler bieten Erweiterungen an. Auch die Kreditkarte des Fahrzeugkäufers kann in manchen Fällen Schutz bieten.

Schäden durch Adblue-Verwechselung

Mit zunehmender Diesel-Fahrzeugzahl steigt auch das Risiko der AdBlue-Verwechselung: Wer AdBlue (Harnstofflösung) in den Kraftstofftank füllt, verursacht kostspielige Schäden am Einspritzsystem. Dieser Fall ist noch weniger gut versichert als klassisches Falschtanken. Die meisten Standard-Kaskoversicherungen schließen auch diesen Bedienfehler aus. Tipp: Fahrzeuge mit AdBlue-Befüllung haben in der Regel einen kleineren, blauen Einfüllstutzen — verwechseln Sie ihn nicht mit dem größeren Kraftstoffstutzen.

Prävention: So vermeiden Sie Falschtankungen

Falschtankungen passieren häufig bei Mietfahrzeugen, neuen Dienstfahrzeugen oder nach dem Wechsel zwischen Benzin- und Dieselfahrzeug. Ein einfacher Trick: Kleben Sie einen kleinen Aufkleber mit dem richtigen Kraftstofftyp neben den Tankdeckel. Bei Leihfahrzeugen prüfen Sie vor dem ersten Tanken, welcher Kraftstoff verlangt wird.

Falschtankung beim Elektroauto: Strom statt Diesel

Mit zunehmender Verbreitung von Elektro- und Hybridfahrzeugen entstehen neue Varianten von Betankungsfehlern: Wer an einer Ladesäule den falschen Stecker verwendet oder ein Plug-in-Hybrid falsch handhabt, kann Schäden an der Ladeelektronik verursachen. Diese Schäden sind in der Standard-Kasko ebenso wenig abgedeckt wie klassisches Falschtanken. Prüfen Sie beim Kauf oder Leasing eines Elektrofahrzeugs, ob Ihr Kaskovertrag eine Klausel für Lade- oder Bedienungsfehler enthält — und passen Sie ihn gegebenenfalls an.