Alle Kennzeichenarten in Deutschland im Überblick

Die Kennzeichenarten in Deutschland umfassen weit mehr als das klassische schwarze Kennzeichen. Saison-, H-, E-, Wechsel-, Kurzzeit-, Ausfuhrkennzeichen und rote Nummer — jede mit eigenen Voraussetzungen, Kosten und Versicherungsregeln.

Welche Kennzeichenarten gibt es?

Kurzzeitkennzeichen

Das Kurzzeitkennzeichen ist die einfachste Lösung, um ein Fahrzeug einmalig oder für eine konkrete Fahrt zu bewegen — etwa für die Überführung vom Verkäufer nach Hause, eine Probefahrt oder einen TÜV-Termin außerhalb des Wohnorts.

Wechselkennzeichen

Das Wechselkennzeichen wurde 2012 in Deutschland eingeführt. Es ist gedacht für Halter, die regelmäßig zwischen zwei Fahrzeugen wechseln — typischerweise Cabrio und Alltagswagen oder Motorrad und Pkw.

Ausfuhrkennzeichen

Das Ausfuhrkennzeichen wird benötigt, wenn ein in Deutschland erworbenes Fahrzeug ins Ausland überführt und dort zugelassen werden soll. Es gilt als Ausfuhrnachweis und ermöglicht eine zeitlich begrenzte Nutzung im In- und Ausland.

Saisonkennzeichen

Das Saisonkennzeichen ist erkennbar an zwei Zahlen am rechten Rand: Beginn und Ende des Zulassungszeitraums in Monaten. Es ist ideal für Fahrzeuge, die saisonal genutzt werden.

H-Kennzeichen

Das H-Kennzeichen würdigt historisch wertvolle Fahrzeuge. Voraussetzung ist ein Gutachten nach § 23 StVZO, das den Originalzustand bestätigt.

E-Kennzeichen

Das E-Kennzeichen ist seit 2015 möglich und kennzeichnet emissionsarme Fahrzeuge. Halter profitieren von Parkbevorzugungen, in einigen Städten von kostenlosem Parken und reduzierten Gebühren.

Rotes Händlerkennzeichen

Die rote 06er-Nummer ist die klassische Händlerlösung. Sie erlaubt es, mehrere Fahrzeuge mit einem einzigen Kennzeichen für Probe- und Überführungsfahrten zu bewegen — allerdings stets nur eines zur Zeit und nur im geschäftlichen Kontext.

06er-Kennzeichen

Das 06er-Kennzeichen ist die häufigste Variante der roten Nummer und wird vorwiegend von Autohäusern und Werkstätten genutzt. Es ist auf das Unternehmen, nicht auf einzelne Fahrzeuge zugelassen.

07er-Kennzeichen

Das 07er-Kennzeichen ist eine Sondervariante für Oldtimer-Sammler. Es darf für mehrere historische Fahrzeuge genutzt werden — allerdings nur für klar definierte Fahrtzwecke wie Veranstaltungen, Probefahrten oder Werkstattbesuche.

Händlerkennzeichen

Händlerkennzeichen erleichtern den Alltag von Autohändlern: Statt für jedes Fahrzeug ein eigenes Kennzeichen anzumelden, kann ein einzelnes Schild rotierend für viele Fahrzeuge genutzt werden — innerhalb der gesetzlichen Grenzen.

Anhängerkennzeichen (schwarz)

Das schwarze Anhängerkennzeichen ist die Standardlösung für regulär versicherte Anhänger. Im Gegensatz zum grünen Kennzeichen unterliegt der Anhänger der vollen Steuer- und Versicherungspflicht.

Grünes Kennzeichen

Das grüne Kennzeichen kennzeichnet Fahrzeuge, die nach § 3 KraftStG von der Kfz-Steuer befreit sind — etwa land- und forstwirtschaftliche Anhänger, manche Forstfahrzeuge, Krankenwagen, Polizeifahrzeuge oder Forschungsfahrzeuge.

Wechselkennzeichen Motorrad

Wer hofft, mit einem Wechselkennzeichen zwischen Motorrad und Pkw zu wechseln, wird enttäuscht: Die gesetzliche Regelung erlaubt nur Wechselkennzeichen für zwei Fahrzeuge derselben Fahrzeugklasse.

Versicherungskennzeichen 2026

Das Versicherungskennzeichen ist die einfachste Form der Pflichtversicherung. Es wird direkt vom Versicherer ausgegeben und ist jeweils vom 1. März 2026 bis Ende Februar 2027 gültig. Die Farbe wechselt jährlich.