Wahrheitspflicht bei der Kfz-Versicherung: Was Sie wissen müssen

Die Wahrheitspflicht ist ein Grundprinzip in der Kfz-Versicherung. Was sie umfasst, was angegeben werden muss und welche Folgen bei Verletzung drohen — klar erklärt.

Was ist die Wahrheitspflicht?

Bei Vertragsabschluss müssen Sie alle gestellten Fragen wahrheitsgemäß beantworten. Das ist die vorvertragliche Anzeigepflicht nach § 19 VVG. Sie gilt auch während der Laufzeit — bei Änderungsanfragen oder Schadensmeldungen.

Was konkret angegeben werden muss

Wahrheitspflicht bei laufendem Vertrag

Auch im laufenden Vertrag gelten Wahrheitspflichten: Bei Schadensmeldungen müssen alle Angaben korrekt sein. Änderungen relevanter Umstände (z. B. neuer Hauptfahrer, berufliche Nutzung) müssen gemeldet werden.

Was Sie NICHT angeben müssen

Sie müssen nur das angeben, was der Versicherer fragt. Nicht abgefragte Informationen müssen nicht spontan mitgeteilt werden — es sei denn, sie sind offensichtlich wesentlich für die Risikobeurteilung.

Dokumentation empfehlenswert

Bewahren Sie alle Antragsunterlagen auf. Falls es später zu einem Streit über die ursprünglichen Angaben kommt, haben Sie eine Dokumentation, was Sie angegeben haben.

Digitaler Vertragsabschluss und Wahrheitspflicht

Bei einem Online-Vertragsabschluss über ein Vergleichsportal oder die direkte Versicherer-Website gilt dieselbe Wahrheitspflicht wie beim analogen Abschluss. Alle Angaben im digitalen Antragsformular — Hauptfahrer, SF-Klasse, Fahrzeugnutzung, Vorschäden — müssen korrekt sein. Der Zeitstempel des Online-Abschlusses ist dokumentiert; Versicherer können nachweisen, was zum Antragszeitpunkt eingegeben wurde. Wer online unsicher ist, ob eine Angabe korrekt ist, sollte telefonisch beim Versicherer nachfragen und die Antwort schriftlich bestätigen lassen.

Wahrheitspflicht beim Fahrzeugwechsel

Wenn Sie den Versicherungsvertrag auf ein neues Fahrzeug umschreiben, beginnt die Wahrheitspflicht erneut. Alle relevanten Angaben zum neuen Fahrzeug — Typ, Baujahr, Nutzungsart, Abstellort — müssen korrekt angegeben werden. Besonders wichtig: Wenn das neue Fahrzeug gewerblich oder von mehreren Fahrern genutzt wird, muss das explizit angegeben werden. Ein falsch deklariertes Nutzungsprofil beim Fahrzeugwechsel kann zum Leistungsverlust führen, wenn bei einem späteren Schaden eine Abweichung festgestellt wird.

Wahrheitspflicht beim Vertragsabschluss: Typische Fehler vermeiden

Die häufigsten Fehler bei der Wahrheitspflicht betreffen falsche Angaben zur Jahresfahrleistung, zur Nutzungsart und zum tatsächlichen Hauptfahrer. Wer diese Angaben absichtlich falsch macht, riskiert Leistungsverweigerung oder Vertragsauflösung. Wer unabsichtlich falsche Angaben macht, kann dies nachträglich korrigieren — möglicherweise mit Beitragsanpassung. Überprüfen Sie bei der jährlichen Vertragsverlängerung alle Angaben auf Aktualität und korrigieren Sie Veränderungen sofort.