Regressforderung der Kfz-Versicherung: Wann zahlen Sie zurück?

Eine Regressforderung bedeutet: Der Versicherer hat für Sie gezahlt, möchte aber das Geld von Ihnen zurück. Wann das passiert, wie hoch der Regress sein kann und welche Möglichkeiten Sie haben.

Was ist Regress?

Regress bedeutet Rückgriff: Der Versicherer zahlt zunächst dem Geschädigten, fordert aber anschließend den gezahlten Betrag ganz oder teilweise vom Versicherungsnehmer zurück. Das kommt vor, wenn der Versicherungsnehmer seine vertraglichen Pflichten verletzt hat.

Häufige Regressanlässe

Höhe des Regresses

In der Haftpflicht kann die Regresshöhe gesetzlich begrenzt sein — für die Fälle von Alkohol und Fahrerflucht auf maximal 5.000 Euro (§ 5 KfzPflVV). Bei anderen Verstößen kann der Regress höher sein. Bei Vorsatz gibt es keine gesetzliche Begrenzung: Der Versicherer kann den gesamten gezahlten Betrag zurückfordern.

Regress bei der Kasko

Bei der Kaskoversicherung gibt es keine gesetzliche Regressbegrenzung. Wenn Sie grob fahrlässig gehandelt haben und Ihr Tarif keinen Grob-Fahrlässigkeits-Verzicht enthält, kann die Kasko-Leistung vollständig verweigert oder anteilig gekürzt werden.

Was tun bei einer Regressforderung?

Wie Sie sich vor Regressforderungen schützen

Vorbeugung ist der beste Schutz: Fahren Sie niemals unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, lassen Sie keine Fahrten ohne Führerschein zu und stellen Sie sicher, dass alle regelmäßigen Fahrer Ihres Fahrzeugs im Vertrag als erlaubte Fahrer eingetragen sind. Wählen Sie einen Tarif mit Verzicht auf Innenregress bei grober Fahrlässigkeit — viele moderne Tarife bieten das an. Mit dieser Klausel schützen Sie sich vor Regressforderungen bei Fahrlässigkeit unterhalb der Vorsatzschwelle. Im Schadensfall gilt: Kooperieren Sie mit der Versicherung, melden Sie alle relevanten Informationen wahrheitsgemäß und machen Sie keine Angaben, die Ihre Position verschlechtern könnten.

Regressforderung prüfen: Was Sie rechtlich entgegnen können

Wenn Ihr Versicherer eine Regressforderung stellt, haben Sie das Recht, diese auf ihre Rechtmäßigkeit zu prüfen. Fordern Sie eine detaillierte Aufstellung der regulierten Schäden und prüfen Sie, ob die behauptete Obliegenheitsverletzung tatsächlich vorlag und kausal für den Schaden war. Ohne Kausalität ist ein vollständiger Regress rechtlich anfechtbar. Ein Fachanwalt für Versicherungsrecht kann die Regressforderung auf ihre Grundlage prüfen und bei überhöhten Forderungen Widerspruch einlegen.