Motor abgesoffen durch Hochwasser: Was zahlt die Kfz-Versicherung?

Ein abgesoffener Motor zählt zu den teuersten Schäden im Hochwasserfall. Ob die Versicherung zahlt, hängt entscheidend davon ab, wie Wasser in den Motor gelangte — und ob dabei ein Fahrfehler vorlag.

Wie absäuft ein Motor genau?

Ein Motor saugt über das Luftfiltersystem Luft für die Verbrennung an. Gelangt Wasser in diese Ansaugung — etwa durch eine überflutete Straße oder steigendes Hochwasser — wird es in den Brennraum gesaugt. Da Wasser nicht komprimierbar ist, bricht beim Kompressionsversuch des Kolbens entweder die Pleuelstange oder verbiegt sich: ein Wasserschlag (hydraulic ram). Die Folge ist meist ein wirtschaftlicher Totalschaden am Motor.

Szenario 1: Stehendes Fahrzeug, Hochwasser steigt

Wenn Ihr Fahrzeug geparkt stand und Hochwasser um das Fahrzeug stieg, bis Wasser in die Ansaugung eindrang, ist das Teilkasko — ein klassisches Naturereignis ohne eigenes Zutun. Die Teilkasko zahlt die Motorschadensreparatur oder, wenn unwirtschaftlich, den Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert.

Szenario 2: Fahrt in überflutete Straße

Wer eine sichtbar überflutete Straße anfährt und dabei den Motor absäuft, hat in den Augen des Versicherers grob fahrlässig gehandelt. In diesem Fall ist die Teilkasko nicht zuständig. Die Vollkasko springt ein — aber der Versicherer kann die Leistung wegen grober Fahrlässigkeit um 30–100 % kürzen. Ob und wie stark gekürzt wird, hängt vom Einzelfall und davon ab, ob Ihr Vertrag den Verzicht auf grobe Fahrlässigkeit enthält.

Szenario 3: Motorstart im Wasser

Wenn das Fahrzeug teilweise geflutet wurde und der Fahrer versucht, den Motor zu starten, kann das zu einem Wasserschlag führen. Dieses Verhalten kann als Obliegenheitsverletzung gewertet werden — der Fahrer hätte wissen müssen, dass Starten im Wasser zu Motorschäden führt. Versicherer können in diesem Fall die Leistung kürzen. Niemals starten, wenn Wasser im Fahrzeug ist.

Kosten eines Motorschadens durch Wasser