Wasserschlag am Motor: Welchen Versicherungsschutz haben Sie?

Der Wasserschlag ist eine der teuersten Motorpannen überhaupt. Er entsteht, wenn Wasser in den laufenden Motor gesaugt wird und die Mechanik zerstört. Versicherungstechnisch kommt es auf den Auslöser an.

Was passiert beim Wasserschlag?

Beim Ansaugvorgang zieht der Motor Luft-Kraftstoff-Gemisch in den Brennraum. Gelangt Wasser in die Ansaugung, wandert es in den Zylinder. Beim Kompressionsakt versucht der Kolben, das Wasser zu komprimieren — was physikalisch nicht möglich ist. Die Folge: Die Pleuelstange biegt sich oder bricht, der Zylinderkopf wird beschädigt, und im schlimmsten Fall bricht das Motorgehäuse auf. Ein Wasserschlag ist fast immer ein wirtschaftlicher Totalschaden für den Motor.

Wasserschlag durch Überschwemmung ohne Fahren

Wenn das Fahrzeug steht und Hochwasser so weit steigt, dass Wasser in die Ansaugung oder das Luftfiltersystem eindringt, ist das ein Teilkasko-Fall. Das gilt auch, wenn das Fahrzeug durch Flut in eine Schräglage gerät und Wasser eindringt. Entscheidend: Das Fahrzeug war nicht aktiv in die Gefahrensituation hineingefahren worden.

Wasserschlag beim Fahren durch Überflutung

Wer eine überflutete Fahrbahn anfährt und dabei einen Wasserschlag erleidet, steht vor einem Vollkasko-Problem. Die Teilkasko ist nicht zuständig. Die Vollkasko springt ein, aber der Versicherer prüft, ob grobe Fahrlässigkeit vorlag. War die Überflutung erkennbar, wird grobe Fahrlässigkeit in der Regel bejaht — mit entsprechender Leistungskürzung von 30–100 %.

Wasserschlag nach Motorstart im Wasser

Wenn ein Fahrzeug nach einem Wasserereignis gestartet wird, obwohl Wasser im Motorbereich steht, und dabei ein Wasserschlag entsteht, kann der Versicherer eine Obliegenheitsverletzung geltend machen. Der Eigentümer hätte erkennen können und müssen, dass Starten riskant ist. In solchen Fällen kann die Versicherung die Leistung kürzen oder ablehnen.

Präventionsmaßnahmen