Vandalismus am Auto: Was zahlt die Vollkasko und was müssen Sie tun?

Zerkratzte Lackierung, eingeschlagene Scheiben, platte Reifen durch Vorsatz — Vandalismus am ruhenden Fahrzeug zahlt die Vollkaskoversicherung. Was genau gilt, wie der Nachweis gelingt und was es kostet.

Was die Vollkasko bei Vandalismus zahlt

Die Vollkaskoversicherung deckt Schäden durch Vandalismus — also absichtliche Beschädigungen des Fahrzeugs durch Dritte — wenn das Fahrzeug ruhend (also abgestellt) ist. Typische Vandalismusschäden: Zerkratzen des Lacks, Einschlagen von Scheiben, Verbiegen von Antennen, Beschmieren mit Farbe.

Voraussetzungen für die Leistung

Nachweis des Vandalismus

Der Nachweis von Vandalismus ist oft schwierig, da selten Täter bekannt sind. Der 'Anscheinsbeweis' genügt: Typische Vandalismusspuren wie durchgehende Kratzlinien, die keine Unfallursache haben, deuten auf vorsätzliche Handlung hin. Melden Sie den Schaden immer bei der Polizei — die Polizeiliche Bestätigung ist wichtig für die Versicherung.

Was nicht versichert ist

Selbstbeteiligung und Rückstufung

Vandalismusschäden unterliegen der Vollkasko-Selbstbeteiligung. Ob eine Rückstufung erfolgt, hängt vom Tarif ab. Bei eindeutigem Fremdverschulden (Vandalismus durch Unbekannte) verzichten viele Versicherer auf die Rückstufung oder behandeln es wie einen Fremdschaden.

Vandalismus dokumentieren — Schritt für Schritt

Entdecken Sie Vandalismusschäden, handeln Sie systematisch: Machen Sie sofort umfangreiche Fotos vom gesamten Fahrzeug, nicht nur vom Schaden selbst. Gesamtaufnahmen zeigen den Kontext und belegen, dass keine anderen Schäden existierten. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei — online oder persönlich. Informieren Sie danach Ihre Vollkaskoversicherung schriftlich mit Datum der Entdeckung und einer genauen Schadensschilderung.

Vandalismus und die Schadensfreiheitsklasse

Ob ein Vandalismusschaden die SF-Klasse beeinflusst, hängt vom Tarif ab. Viele Versicherer behandeln Fremdverschulden (also Schäden durch unbekannte Dritte) ohne Rückstufung — ähnlich wie bei Wildunfällen. Da bei Vandalismus ein unbekannter Täter gehandelt hat, erheben zahlreiche Anbieter keine Rückstufung. Prüfen Sie diese Regelung beim Vertragsabschluss, denn sie kann im Schadensfall über Hunderte Euro Folgekosten entscheiden.

Vandalismus verhindern: Präventionsmaßnahmen

Parken in beleuchteten und belebten Bereichen senkt das Vandalismusrisiko erheblich. Fahrzeuge mit auffälligen Wertelementen — Felgen, Folierungen, Sonderausstattungen — sollten bevorzugt in Garagen oder bewachten Parkhäusern abgestellt werden. Dashcams können Vandalismusvorfälle aufzeichnen, was die Schadensregulierung erleichtern kann. Eine Vollkasko mit Vandalismusdeckung ist der wichtigste finanzielle Schutz — aber Prävention reduziert den Schaden von vornherein.