Mindestdeckungssummen der Kfz-Haftpflicht: Reicht das aus?
In Deutschland gibt es gesetzliche Mindestdeckungssummen für die Kfz-Haftpflicht. Sind diese ausreichend — oder sollten Sie höhere Deckung wählen? Die Antworten im Überblick.
Was die Mindestdeckung bedeutet
Die gesetzlichen Mindestdeckungssummen sind absolutes Minimum. In vielen alltäglichen Unfällen reichen sie aus. Bei schweren Unfällen mit dauerhafter Behinderung, langen Krankenhausaufenthalten und Rentenansprüchen können Personenschäden sehr schnell sehr hoch werden.
Empfohlene Deckungssummen
Versicherungsexperten empfehlen mindestens 50–100 Millionen Euro Pauschaldeckung für Personenschäden. Viele moderne Tarife bieten unlimitierte Personenschadensdeckung oder sehr hohe Deckungssummen für einen geringen Aufpreis.
Warum unlimitierte Deckung sinnvoll ist
Bei einem schweren Unfall mit Querschnittlähmung, lebenslanger Pflege und Einkommensausfall können Schadensersatzansprüche mehrere Millionen Euro erreichen. Mit nur 7,5 Millionen Euro Mindestdeckung sind Sie im Extremfall persönlich haftbar für den Übertragebetrag.
Wie man höhere Deckung erhält
Im Tarifvergleich: Achten Sie auf die ausgewiesene Deckungssumme für Personenschäden. 'Unlimitiert' oder '100 Millionen Euro' ist der Standard in guten Tarifen — oft ohne merklichen Aufpreis.
Was bei Überschreitung der Deckungssumme passiert
Übersteigt ein Schaden die vereinbarte Deckungssumme, sind Sie als Versicherungsnehmer für den Mehrbetrag persönlich haftbar. Bei Personenschäden mit dauerhafter Behinderung, Pflegebedarf und Rentenansprüchen können Gesamtforderungen über Jahrzehnte mehrere Millionen Euro übersteigen. Wer mit der gesetzlichen Mindestdeckung von 7,5 Millionen Euro versichert ist, riskiert im schlimmsten Szenario seine private Altersvorsorge. Das ist der wichtigste Grund, warum Fachleute Deckungssummen von mindestens 50 Millionen Euro empfehlen.
Mindestdeckung prüfen: So handeln Sie jetzt
Wenn Sie noch nicht wissen, welche Deckungssumme Ihr aktueller Kfz-Versicherungsvertrag enthält, sehen Sie jetzt in Ihrem Versicherungsschein nach. Den relevanten Abschnitt finden Sie unter 'Deckungssummen' oder 'Versicherungssummen'. Steht dort eine Summe von 7,5 Millionen Euro für Personenschäden oder ein ähnlich niedriger Betrag: Wechseln Sie beim nächsten Stichtag zu einem Tarif mit mindestens 50 Millionen Euro Pauschaldeckung. Der Beitragsunterschied ist meistens gering — die Verbesserung des Schutzes hingegen erheblich. Gerade wenn Sie im dichten Stadtverkehr oder auf der Autobahn viel fahren, ist eine hohe Deckungssumme eine grundlegende Vorsorge.
Mindestdeckung prüfen: Wann die Grenze wirklich relevant wird
Die gesetzliche Mindestdeckung erscheint hoch — bis ein schwerer Unfall mit mehreren Schwerverletzten eintritt. Ein Massenunfall auf der Autobahn mit fünf dauerhaft invaliden Verletzten kann Ansprüche weit über 50 Millionen Euro erzeugen. Das ist der Grund, warum Versicherungsexperten immer mindestens 50 Millionen Euro Pauschaldeckung empfehlen. Der Mehrpreis gegenüber der Mindestdeckung beträgt oft nur wenige Euro im Jahr — das Risiko der Unterdeckung aber ist existenzgefährdend und unbegrenzt.