SF-Klasse auf den Ehepartner übertragen: Regeln, Ablauf und Sonderfälle
Ehepartner können sich gegenseitig SF-Klassen übertragen — das gilt sowohl für Verheiratete als auch für eingetragene Lebenspartner. Die Regeln sind etwas anders als bei Eltern-Kind-Übertragungen. Was gilt und worauf Sie achten sollten.
Warum Ehepartner übertragen
Typisches Szenario: Ein Ehepartner hört auf zu fahren (Krankheit, Ruhestand, Stadtumzug ohne eigenes Auto) und überträgt seine jahrelange SF-Klasse auf den anderen. Oder: Ein Partner hatte eine Fahrtpause und möchte nun wieder ein eigenes Fahrzeug — dann lohnt sich die Übernahme der SF-Klasse des anderen.
Besonderheit: Gesamtjahre des Empfängers
Auch hier gilt: Die übertragbare Anzahl Jahre richtet sich nach der Führerscheindauer des Empfängers. Hat der empfangende Partner erst seit 5 Jahren einen Führerschein, kann er maximal 5 Jahre übernehmen. Hat er den Führerschein seit 20 Jahren, aber nur selten selbst Fahrzeuge versichert, akzeptieren manche Versicherer trotzdem nur die tatsächlich versicherten Jahre — hier variieren die Regeln erheblich.
Sonderfall: Ein Partner gibt sein Fahrzeug auf
Wenn ein Ehepartner sein Fahrzeug abmeldet und nicht mehr selbst fährt, überträgt er seine SF-Klasse auf den anderen. Das ist eine häufige Konstellation in Paushaushalten, die von zwei auf ein Fahrzeug reduzieren. Die übertragene Klasse wird dann sofort bei der Versicherung des verbleibenden Fahrzeugs berücksichtigt.
Was bei nicht eingetragener Partnerschaft gilt
Unverheiratete Paare ohne eingetragene Lebenspartnerschaft stehen vor dem Problem, dass viele Versicherer die Übertragung nicht oder nur unter engen Bedingungen erlauben. Gemeinsamer Haushalt kann als Nachweis dienen — ist aber nicht überall ausreichend. Prüfen Sie die Bedingungen Ihres Wunschversicherers, bevor Sie auf eine Übertragung bauen.
Vergleich: Ehepartner-Übertragung vs. eigene SF-Klasse aufbauen
Wer als Partner bisher kein eigenes Fahrzeug hatte und in SF 0 startet, sollte immer zuerst prüfen, ob eine Übertragung der SF-Klasse des Ehepartners möglich ist. Die Alternative — SF-Klasse durch schadensfreies Fahren selbst aufzubauen — dauert Jahre. Um von SF 0 auf SF 10 zu kommen, braucht man zehn schadensfreie Jahre. Während dieser Zeit zahlt man erheblich höhere Beiträge. Eine Übertragung von SF 10 bringt dagegen sofort die günstigere Einstufung — und spart in Summe Tausende Euro.