Schaden in der Werkstatt: Wer ist zuständig — Werkstatt oder Versicherung?
Schäden während eines Werkstattaufenthalts können verschiedene Ursachen haben — und je nach Ursache ist eine andere Partei zuständig. Das Zusammenspiel aus Werkstatthaftung und eigener Kaskoversicherung ist entscheidend.
Übersicht: Wer zahlt was?
Das Prinzip der Obhutspflicht
Mit der Übergabe des Fahrzeugs an die Werkstatt entsteht eine Obhutspflicht. Die Werkstatt ist verpflichtet, das Fahrzeug sorgfältig zu verwahren und gegen vorhersehbare Schäden zu schützen. Das umfasst nicht nur die Reparaturarbeiten selbst, sondern auch die Aufbewahrung während der gesamten Standzeit.
Schadensanzeige: Doppelt einreichen
Bei einem Schaden, der sowohl die Werkstatthaftung als auch die eigene Kaskoversicherung betreffen kann, empfiehlt sich eine doppelte Schadensanzeige: Erstens an die Werkstatt, schriftlich mit Schadensbeschreibung und Fristsetzung. Zweitens an die eigene Kaskoversicherung — als Sicherheit für den Fall, dass die Werkstatt die Haftung bestreitet oder verzögert.
Kein doppelter Ausgleich
Sie haben keinen Anspruch auf doppelte Entschädigung. Wenn die Kaskoversicherung zahlt, gehen ihre Regressansprüche auf sie über. Wenn die Werkstatt zahlt, erstattet sie der Kaskoversicherung deren Leistung. In der Praxis bedeutet das: Sie müssen selbst nicht dafür sorgen, dass keine Überzahlung stattfindet — das regeln Versicherung und Werkstatt unter sich.
Was tun bei Regulierungsverzögerung
Werkstätten sind manchmal zögerlich bei der Schadensanerkennung. Setzen Sie klare Fristen: 14 Tage für eine erste Stellungnahme, 28 Tage für eine Regulierungsentscheidung. Reagiert die Werkstatt nicht, schreiben Sie an deren Betriebshaftpflichtversicherung direkt. Im Streitfall steht der Rechtsweg offen.